Dr. med. Sandra Balcke

Fachärztin für Allgemeinmedizin-Akupunktur-Homöopathie-Naturheilverfahren-Rettungsmedizin

 

Rettungsmedizin

 

akute Notfälle- Was tun bei?


1. Bewußtlosigkeit

2. Sonnenstich 

3. Verbrennung 

4. Vergiftung


 


1. Bewusstlosigkeit


Stabile Seitenlage


Die stabile Seitenlage dient dazu, dass bei der bewusstlosen Person nicht seine eigene Zunge „nach hinten klappt“ und die Atemwege verlegt, bzw. nicht an seinem Erbrochenen erstickt.


Dazu den nahen Arm der bewusstlosen Person angewinkelt oben neben dessen Kopf legen. Den anderen Arm über den Brustkorb ziehen und die Hand der bewusstlosen Person auf dessen Wange legen. Das ferne Knie beugen, die bewusstlose Person zu sich ziehen, den Kopf überstrecken und deren Mund leicht öffnen.

   

Fehlende Atmung/ kein Puls: Herz- Lungen- Wiederbelebung!


Notruf 112 absetzen und anschließend mit der Wiederbelebung beginnen


Freimachen der Atemwege


In neutraler Kopfposition fällt beim liegenden Patienten die Zunge in den Rachenraum und verlegt die Atemwege. Um Atmung oder Beatmung zu ermöglichen muss der Kopf überstreckt werden.


Herzmassage


Richtige Haltung für die Herzdruckmassage (beim Erwachsenen):


Ellenbogen durchgestreckt, Schultern senkrecht über den Händen.


Bei der Herzdruckmassage wird das Herz durch Druck auf das Brustbein in Richtung Wirbelsäule gepresst. Dabei erhöht sich der Druck im Brustkorb und Blut wird aus dem herzen in den Kreislauf ausgeworfen. In der Entlastungsphase füllt sich das Herz erneut mit Blut.


Als vorbereitenden Massnahme wird der Patient flach in Rückenlage auf einer harten Unterlage gelagert und sein Brustkorb freigemacht. Der Druckpunkt befindet sich in der Mitte des Brustkorbes auf dem Brustbein.


Das Brustbein wird 30-mal in Folge kurz und kräftig herunter gedrückt. Die Eindrücktiefe liegt bei mindestens 5 cm. Zwischen 2 Pumpstößen soll der Brustkorb komplett entlastet werden, damit das herz sich wieder mit Blut füllen kann. Die angestrebte Frequenz der Herzdruckmassage liegt bei 100 Kompressionen pro Minute.


Die richtige Körperhaltung erleichtert dem Helfer die Arbeit. Er kniet aufrecht neben dem Patienten, seine Schultern befinden sich senkrecht über dem Brustbein des Patienten. Der Helfer drückt rhythmisch mit dem Gewicht seines Oberkörpers, während die Arm gestreckt und die Ellenbogen durchgedrückt sind.

   


Beatmung


Die Beatmung ohne weitere Hilfsmittel erfolgt als Mund- zu- Nase oder Mund- zu- Mund Beatmung. Üblich in Deutschland und Europa ist die Mund- zu- Nase- Beatmung, da diese sicherer durchführbar ist.


Der Kopf des betroffenen wird dabei nach hinten überstreckt. Der Mund muss bei der Mund- zu- Nase- Beatmung, die Nase bei der Mund- zu- Mund- Beatmung verschlossen werden.  Das Atemspendevolumen ist richtig gewählt, wenn sich der Brustkorb sichtbar hebt. Die Beatmungsphase sollte etwas 1 Sekunde betragen, die Beatmung wird sofort einmal wiederholt.


Um die Hygiene zu verbessern und eventuell vorhanden Ekel zu überwinden, gibt es verschiedene Beatmungshilfen wie Beatmungsfolien mit einem Filter und verschieden Arten von Taschenmasken, deren Einsatz allerdings Übung erfordert. Wenn der Verdacht auf eine Vergiftung mit Kontaktgiften (Beispielsweise Pflanzengiften wie z. B. Parathion) besteht, sollte auf die Atemspende verzichtet werden.


Das Verhältnis Herzdruckmassage- Beatmung soll 30:2 betragen.

 

 

 

2. Sonnenstich


Von einem Sonnenstich spricht man, wenn der unbedeckte Kopf zu lange unter Sonneneinstrahlung stand und danach die Hirnhäute gereizt sind. Gefährdet sind hier vor allem Kinder und menschen mit spärlichem Kopfhaar. Man erkennt einen Sonnenstich an einem hochrotem Kopf, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Nackensteifigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit.


Sofern die betroffene Person bei Bewusstsein ist, legen Sie sie mit erhöhtem Kopf in den Schatten und bedecken Sie den Kopf mit einem kühlen, feuchten Tuch. Gehen Sie in jedem Fall zum Arzt, wenn sich der Zustand nicht bessert. Kontrollieren Sie die Atmung und rufen Sie unbedingt den Notarzt (Notruf 112) wenn die Person bewusstlos wird.


Halten Sie sich häufig im Schatten auf und achten auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Vermeiden Sie zu lange Sonnenaufenthalte- vor allem in der Mittagszeit. Schützen Sie sich mit geeigneter Bekleidung und bedecken Sie Kopf und Nacken.

 

 


3. Verbrennungen


Kühlen ist wichtig, am Besten mindestens 10 Minuten lang mit fließendem, handwarmen Wasser. Fragen Sie den Betroffenen, was er als angenehm empfindet. Verbrannte Stellen nach der Kühlung mit einem Verbandtuch (Erste-Hilfe Kasten aus dem Auto) keimfrei bedecken, dann locker und ohne Druck verbinden. Bei allen Verbrennungen ist die Behandlung durch einen Arzt ratsam.


Bei Verbrennungen im Gesicht mit feuchten Tüchern kühlen, wechseln, nicht länger aufliegen lassen. Bei schweren Verbrennungen mit Blasenbildung oder größeren Verbrennungen muss der Rettungsdienst gerufen werden (Notruf 112).


Wichtig: Kühlung nur auf die betroffenen Areale begrenzen, es kann sonst zur Unterkühlung kommen.


Kein Hausmittel wie Kühlsalben oder Mehl verwenden!


Verwenden Sie keine flüssigen Brandbeschleuniger, wie Brennspiritus, um Grillfeuer zu entfachen. Halten Sie einen Eimer mit Löschwasser in der der Grillstätte bereit. Und klären Sie Kinder ihrem Alter entsprechend über den Umgang und die Gefahren von offenem Feuer auf.



4. Vergiftung


Folgende Angaben sind von Bedeutung:

 

Wer?

  

Alter, Körpergewicht, Geschlecht, Telefonnummer für Rückruf


Womit?

Arzneimittel, Lebensmittel, (Haushalts-) Chemikalie, Pflanze, Tier


Welche Symptome?

  

Übelkeit, Erbrechen, Husten, Krämpfe, Benommenheit, Bewusstlosigkeit?


Wann?

Wieviel?


Welche Maßnahmen bisher?


Ist unter Umständen eine Produktinformation verfügbar, z. B. Auf einer Verpackung?


Bei Lebendsbedrohung sofort den Notarzt rufen : Notruf 112


  

Giftinformationszentrale Nord/ Göttingen: 0551/ 383 18-0 oder 0551/ 192 40



Verhalten bei Vergiftungen:

 


  • Ruhe bewahren! Nicht aufregen, nicht schimpfen, keine Gewalt anwenden!
  • Trinken! Tee, Wasser oder Saft zu trinken geben (keine Milch)
  • Kein Erbrechen auslösen
  • Giftnotrufzentrale Göttingen anrufen: 0551- 19240
  • Beim Rat, ein Entschäumungsmittel zu geben: 1 Teelöffel reicht, nicht mit anderen Mitteln mischen. Genügt als Therapie bei schäumenden Handspülmitteln, Wollwaschmitteln, Seifen und Allzweckreinigern.
  • Beim Rat Aktivkohle zu geben: 1 Dose mit Aktivkohle (10g) vorsichtig öffnen und ca. zur Hälfte mit Wasser oder ungesüßtem Tee auffüllen. Danach Doseninhalt vorsichtig mit einem Teelöffel aufrühren. Bitte nicht schütteln!!! Lösung trinken lassen. 


  

Notfallkiste:

eine Dose Aktivkohle

eine Flasche Entschäumer (z.B. Sab simplex)

  

 

Kostenpunkt ca. 13 Euro, Medikamente halten für 2-5 Jahre